Es liegen zwei spannende Wochen hinter mir. Ich bin, um ganz ehrlich zu sein, gerade dabei die Kräfte zu sammeln. Nicht unbedingt durch die übliche Entspannung, denn gerade jetzt kann ich der Arbeit nicht fern bleiben, aber durch etwas mehr Zeit im Büro.
Nach einem Ausflug nach Zürich zum „Expression around the clock“ Event folgte die Woche in Berlin auf der Xtopia-Konferenz. In den vergangenen Monaten haben wir alle viel Energie und Zeit in die Vorbereitungen investiert … Demos, Unterlagen, Vorträge … und nun war es soweit. 

Ich erlebte die Xtopia als Sprecher, als Aussteller und, soweit die Zeit es erlaubte und ich die beiden ersten Rollen vergessen konnte, auch als Teilnehmer - hinter und vor den Kulissen, von allen Seiten. Natürlich schaut man die Konferenz mit anderen Augen an wenn man auch an den Vorbereitungen beteiligt war. Irgendwie tut man sich schwieriger kritisch zu sein. Man hätte eine oder andere Sache auch selbst positiv und rechtzeitig beeinflussen können, daher ist es hinterher einfach schlau zu sein. Insbesondere da Xtopia die erste Konferenz dieser Art war.
Der Teilnehmerhut an:
Ich habe recht lange Konferenzerfahrung und ich war noch nie auf einer, bei der ALLE Teilnehmer in den Sessions waren und man keinen auf dem Gang treffen konnte. Die Zeit zum Networking und zum Besuch der Stände war in den Pausen. Eine echte Überraschung für uns alle … Üblicherweise ist mindestens ein Drittel der Besucher woanders, auch auf einer wesentlich teuren Konferenz wie TechEd. Die Track-Owner haben offensichtlich gute Arbeit bei der Auswahl der Themen geleistet.
Geladen wurden Entwickler, Entscheider und Designer und es kamen offensichtlich auch alle, was man leicht an der Kleidung und am Auftreten feststellen konnte. Die Fragen verrieten einige dann auch noch. Wir wunderten uns nicht über die Frage „Was ist Silverlight?“, über eine „Was ist Flash?“ aber schon. Nun, offensichtlich ist nicht alles so bekannt, wie man annehmen könnte. Die Fragen nach bestimmten Ausprägungen der API oder der Zukunft des Fernsehens gab es aber auch.
Es gab recht wenig Frauen und recht viele Laptops, was natürlich nicht gerade förderlich für eine Party-Stimmung war. Oder feiert man inzwischen eher online mit den Laptops in einer Club-Atmosphäre? Wie auch immer, ein bisschen schade war es trotzdem. Die Verpflegung war richtig gut und an den Getränken mangelte es auch nicht. Im Gegensatz.
Es hat mich sehr gefreut viele bekannte Gesichter am ATE-Stand (Ask The Experts) und im Vorbeigehen zu sehen, viele Bekannte und Freunde zu treffen und sehr interessante Gespräche zu führen. Ich habe es nicht unbedingt in dieser Breite erwartet, allein aufgrund des Schwerpunkts der Konferenz, umso mehr hat es mich gefreut. Es hat Spaß gemacht.
Der Ausstellerhut an:
Axinom war mit einem eigenen Stand als Silber Sponsor der Konferenz vor Ort. Meine Kollegen Heidi und Manuel reisten an um uns zu repräsentieren und ich gesellte mich den beiden an unserem Stand so oft ich es konnte. Leider nicht all zu oft.
Unsere Themen waren die interaktiven Web-Portale (Internet/Intranet) mit .NET Framework 3.0 und Silverlight sowie das Management und Delivery der Medieninhalte (aka IPTV aka Web TV) mit AxCMS.net. Als Demo-Vorlage dienten die exklusiven Referenzen, die auch in der Keynote bzw. in den Vorträgen gezeigt wurden – nach ZDF Mediathek zur IFA nun Premiere und Maxdome (Pro7Sat1) im Bereich Video on Demand (VoD). Hinzu kamen diverse andere Referenzbeispiele, einige davon mit Silverlight (bspw. Miomi), andere dagegen mit unserer Kernkompetenz ASP.NET . Auch im Bereich Software+Service konnten wir mit den Windows Live Lösungen (bspw. Virtual Earth) auch im Unternehmenskontext einiges anbieten.
Viel Silverlight, viel ASP.NET und ein bisschen IPTV. Voilà!

Es ist für mich einfach toll zu sehen, dass wir rechtzeitig zum Start diverse Kunden für die neuen Technologien begeistern und auf so einer Konferenz mit zahlreichen Referenzen auftreten konnten.
Und wenn Johannes B. Kerner und Eva Hermann in der Sendung einiges zu klären haben – dann denkt man hinterher daran, wie viele Menschen nun jetzt unsere Applikation nutzen um die Sendung zu schauen. Spannend, spannend … 
Im Vergleich mit einer CeBIT-Teilnahme als Aussteller war die Anzahl der Gespräche natürlich wesentlich geringer, dabei konnte die Qualität der Besucher und Fragen im Durchschnitt überzeugen. Wer zur Xtopia reiste, hatte offensichtlich auch einen Grund dafür. Ich hoffe sehr, dass wir die Gespräche nun fortsetzen können, diverse Ansätze sind wirklich vielversprechend gewesen.
Der Sprecherhut an:
Ich soll mir folgendes merken – nie wieder durch den Haupteingang des Sprecherhotels am Abend vor der Keynote reinkommen. Wieso? Weil mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Lounge an den Vorträgen gebastelt wird und eine Einladung zum Mitmachen gar nicht laut ausgesprochen werden muss. Nun, wer braucht den Schlaf sowieso … 
Der erste Tag fing für mich sehr früh an, bereits um 05:45 um rechtzeitig um 07:00 vor Ort sein zu können. Die Anzahl der Sprecher in der Keynote war beachtlich und die Vorbereitung nahm eben etwas Zeit in Anspruch. Der Kaffee kam aber erst gegen 08:00 … eine lange erste Stunde war das.
Ich dürfte gemeinsam mit Lori Grosland mit einer Kurzpräsentation die Keynote des Sanjay Parthasarathy, Corporate Vice President der Microsoft Corporation, unterstützen. Sanjay ist der Kopf der DPE und eigentlich ein Technologe, der sich am Abend davor gegen Anzug entschied und mit einem T-Shirt auf die Bühne kam. Nun, das wusste ich ja nicht und so war ich – neben Achim Berg, Geschäftsführer der Microsoft Deutschland, und Johannes Züll, Geschäftsführer der RTL Interactive, - als einziger mit Anzug und Krawatte auf der Bühne. Krasser Unterschied zu Sanjay, aber gut – so kam auch mal meine schönere ..ähm Business-Seite zum Vorschein.

Sanjay fokussierte einige wichtige Faktoren der aktuellen Software+Service Strategie von Microsoft und darin enthalten war auch mein Thema „User Experience“. Dieser Kurzauftritt diente als Vorbereitung für den nächsten Tag, die vorgestellten Lösungen sollten in einer Session weiter besprochen werden.
Obwohl der „Klicker“ den Sprechern einen Streich spielte und mit Verzögerungen die Folien anzeigte (was bei fast allen zu unerwünschten Präsentationsabläufen führte) und der letzte Sprecher Thomas Whitfield von Miomi kurzfristig den Saal verlies als er auf die Bühne kommen sollte. Dafür war er dann mit Herz und Seele dabei und erläuterte sein Konzept sehr emotional. Schöner Abschluß der Keynote, die sonst reibungslos verlief, sehr mutig war (viele live demos) und informativ ... Viele bekannte Namen, diverse Referenzen, die im weltweiten Vergleich bspw. einer MIX im nichts nachstehen. Ich glaube die meisten Teilnehmer haben eine oder andere interessante Einheit für sich mitnehmen können.
Am zweiten Tag war zuerst mein Kollege Manuel dran. Wir durften für Miomi, einen vielversprechenden Londoner Startup, eine Silverlight-Applikation in Verbindung mit einem Vista Gadget implementieren. Thomas Whitfield, Gründer von Miomi, führte die Applikation samt Portals vor und mein Kollege Manuel saß ziemlich aufgeregt im Publikum. Es war nämlich sein Projekt. Aber es ging alles gut, keine Fehler, keine Abstürze. So möchte man es vorgeführt bekommen.
Am Nachmittag war es dann wieder (für mich) soweit. Der Titel der Session lautete „Der Kampf im Wohnzimmer“ und in der Tat waren zwei Frontmänner der erfolgreichsten deutschen Video-on-Demand Anbieter auf der Bühne: Carsten Schmidt, Vorstand Sport und Diversifikation von Premiere Fernsehen, und Dr. Dirk Kleine, Geschäftsführer von SevenSenses (Pro7Sat1 Media) - sein Unternehmen ist besser bekannt durch den Produkt „Maxdome“.

Nun, der Titel zielte auf was anderes als auf den Kampf der beiden – nämlich auf die Diversifikation im Fernsehgeschäft und die neuen Ausgabekanäle, -Formate und Möglichkeiten. In diesem Fall sprachen wir über das Web. Wir haben für beide Unternehmen eine interaktive Lösung mit Microsoft Silverlight realisiert und durften diese auch vorführen. Beziehungsweise ich durfte diese vorführen und erklären. Man konnte, glaube ich zumindest, meine Begeisterung sowohl für die Technologie als auch für die Umsetzungskonzepte spüren. Und ein bisschen Stolz war natürlich auch dabei.
Neue Bedienkonzepte, Hochauflösende Videos (HD), viel Interaktivität und noch mehr Services. Coole Sache ... Es ging viel um die User Experience und die Konvergenz der einerseits schnellen und einfachen Fernsehbedienung und andererseits der Flexibilität und Vielfalt der Online-Welt. Zwei Welten treffen aufeinander und es ist unsere Aufgabe diese vernünftig zusammen zu führen.
Ich hoffe sehr, dass uns dies auch in diesen Fällen gelungen ist.
Eine Aussage von mir in der Mitte des Vortrags sorgte für viele Lacher, die sich bis zum Ende der zweiten Hälfte der Vorführung wiederholten. Es war in jedem Fall sehr unterhaltsam und ich hoffe, dass auch die Inhalte überzeugen konnten. Aber die Videos kommen ja sowieso bald online, ich bin selbst neugierig mal meine eigene Session zu sehen. 
Fazit
Ich habe vieles für mich mitgenommen und erforsche gerade meine Eindrücke. Ich werde die Tage in Berlin in jedem Fall in sehr guter Erinnerung behalten. Es war eine ungewöhnliche Konferenz mit einer bunten Mischung an Vorträgen und Teilnehmern. Es hat Spaß gemacht. Es war informativ.
Ich habe bereits viele Ideen für eine weitere Xtopia. Ich hoffe, es wird bis dahin nicht so lange dauern. 
[1] http://www.axinom.de
[2] http://www.premiere.de
[3] http://www.maxdome.de
[4] http://www.miomi.com
[5] http://www.xtopia-konferenz.de