Eine sehr gute Übersicht der neuen PlayReady DRM Funktionen im Silverlight 4 RC hat mein Kollege Maxim in seinem blog [1] veröffentlicht. Er ist einer von unseren DRM-Experten und für diverse großen Projekte in diesem Bereich zuständig. Seine Bemerkung am Ende "But what about PlayReady Metering?" bezieht sich auf ein wichtiges Thema, das ich kurz erläutern möchte.
Generell gesprochen ist das Thema Provisionierung bei jeder E-Commerce Anwendung von größter Wichtigkeit. Abgesehen von den werbebasierten Modellen mit wenigen relevanten Kennziffern (Anzahl der Nutzer und Abrufe), erfordern die sog. Paid-Angebote (kostenpflichtige Abrufinhalte) eine umfangreiche Verkaufs- und Nutzungsstatistik. Klar, in beiden Szenarien wird an einer Stelle verkauft und an einer anderen gekauft. Für die Verhandlung der Einkaufskonditionen und die Definition der Verkaufskonditionen sind divese Informationen notwendig. Nicht nur reine Abrechnung, sondern auch die Optimierung der Verkaufsprozesse können mit Hilfe der Nutzungsstatistiken bewerkstelligt werden.
Das Fachwort "Metering" bezeichnet in englischer Sprache die Messung des Zugangs zu den Inhalten. Mit "Metering" im DRM-Kontext ist ein Nutzungsbericht ("Wie oft und wie lange wurde welcher Inhalt auf welchem Gerät abgerufen ?") gemeint, mit dem die sog. Content Provider (die Anbieter der Inhalte) die Lizenzabrechnung durchführen können. Bei der Protokollierung werden keine persönlichen Informationen gespeichert, es werden lediglich die Anzahl der Abrufe sowie die Dauer pro Gerät protokolliert. Dies muss jedoch eindeutig und sehr sicher festgestellt werden, denn es geht möglicherweise bei einem stark frequentierten Angebot um sehr viel Geld.
Der Vorgang mutet relativ einfach, in der Praxis ist es alles andere als Trivial. Die meisten Nutzer unterbrechen die Nutzung der gekauften Inhalte, springen hin und her, verändern die Abspielgeräte und damit erschweren die Protokollierung der Nutzung. Am Ende will der Inhaltebesitzer, bspw. ein Filmstudio, wissen, wie oft ein Film abgerufen wurde, damit er die Rechnung für die Lizenz ausstellen kann. Es ist daher notwendig, nicht nur zu protokollieren, sondern auch eine gewisse Business Intelligence im Zusammenhang mit den Lizenzen im Hintergrund anzubieten. Sehr schnell landet man bei einem sog. Metering-Server, der diverse Aufgaben übernimmt.
Wir haben mit unserem SilverHD DRM (ein Produkt auf Basis von PlayReady DRM und Silverlight 4) das Thema gelöst und können diese deshalb auch in anderen Kontexten ausserhalb von DRM anwenden. Die Metering-Thematik ist im PlayReady DRM-Konzept fest verankert. Unserer Meinung nach, gehört aber die Metering-Funktionalität out-of-the-box auch in den Silverlight DRM player.
Mal sehen was Silverlight 5 mit sich bringen wird 
[1] http://maxim.fridental.de/2010/03/19/new-features-in-silverlight4-playready-drm/